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mehr als wohnen, Zürich-Leutschenbach

Erfolgsfaktoren Stolpersteine
Erfolg ist noch nicht abschliessend messbar, Praxis fehlt Misserfolg ist noch nicht abschliessend messbar, Praxis fehlt
Grösse des Projekts ermöglicht räumlich und strukturell eine Vielzahl von lokalen Angeboten, welche teilweise noch nicht vorhandene Qualitäten kompensieren. Hoher Erklärungs- und Kommunikationsaufwand in der Vermietung.
Grösse des Projekts ermöglicht den Aufwand, um die Konzepte zu entwickeln. Weil es gelungen ist, in der Vermietung ein sehr breites Publikum anzusprechen, wird das Thema Autobesitz zum Selektionskriterium. Wir verlieren „gute“ Mieter, die z.B. aus kulturellen Gründen nicht verstehen, weshalb Autobesitz etwas Negatives sein soll.
Grösse des Projekts ermöglicht spezifische Kompensationsangebote (Car-Sharing, Mobilitätsangebote. Hoher Aufwand die Konzepte zu entwickeln und zu implementieren.
Etablierte genossenschaftliche Vorteile und die Nachfrage im Grossraum Zürich ermöglichen, die Vermietungsrisiken einzugehen. Komplexe Zusammenhänge mit der Gewerbevermietung, damit die zusätzlichen Angebote (Quartierinfrastruktur, Mobilitätsstation) auch wirklich geschaffen werden.
Das Projekt ist keine Siedlung sondern ein Quartierteil. Das Angebot ist vielfältig und deckt verschiedene Bedürfnisse ab, autoarm ist nur ein Aspekt, keine „verbiesterte“ Ökosiedlung. Wie bewähren sich die hohen Ansprüche im Laufe der Zeit (wenn z.B. Kinder erwachsen werden und unbedingt ein Auto wollen, kann dies zu familiären Konflikten führen)?
Es bestehen auf dem Areal und in der Umgebung „Korrekturmöglichkeiten“. Wenn sich die beschränkte Anzahl Parkplätze mittelfristig als Problem erweisen sollte, könnte im begrenzten Umfang nachgerüstet werden. Dies war vor allem auch für die Bewilligung ein wichtiges Argument. Kontrollaufwand, ständige Kommunikation in Grossprojekt mit vielleicht nicht so starker sozialer Kontrolle.
Auswirkungen auf die Gewerbevermietung sind noch unklar. Es könnte Konflikte um Besucherparkplätze geben und es gibt Gewerbebetriebe, die auf die Erreichbarkeit mit Autos angewiesen sind.

Erkenntnisse

Auch hier wird die Praxis weitere Erkenntnisse liefern.

  • Dimension des Projekts ist für viele Aspekte entscheidend.
  • Im städtischen Umfeld kann Autofreiheit durchgesetzt werden. Die Frage ist allerdings, ob damit in einem überhitzten Markt nicht einfach ein zusätzliches Selektionskriterium für den Erhalt einer Wohnung geschaffen wird.
  • Vermutlich wäre eine deutliche Reduktion der Parkplatzzahl (mit allen Vorteilen für den Bau in dichten Quartieren und für die induzierte Mobilität in überlasteten, städtischen Räumen) gegenüber den Vorgaben in der Parkplatzverordnung problemlos möglich.
  • Die Frage ist offen, ob es nicht vernünftiger wäre überall die Parkplatzzahlen zu reduzieren, als in einigen wenigen Projekten sehr wenige oder gar keine Parkplätze anzubieten.
  • In der Erstvermietung und der Pionierphase eines Projekts ist expliziter, vertraglich geregelter Autoverzicht durchsetzbar. Es ist aber unklar, ob dies ein langfristig, nachhaltiges Konzept ist.
  • Die Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Erstvermieterschaft müssen untersucht werden. Schafft der gemeinsame Autoverzicht Identität, wirkt er ausschliessend oder produziert er mit der Zeit auch Neid, Missgunst und Konflikte?

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